Tribute-Alben sind ja immer so eine Sache. Allzu oft wird da im Namen des guten Willens manch schönes Lied zu Tode geehrt, werden Künstler mit Verbeugungen bedacht, ohne die sie wohl auch ganz gut hätten leben können.
Caroline Now! ist da eine rühmliche Ausnahme. Erweisen sich die hier vom rührigen, stets um charmanten Pop-Wohlklang bemühten Marina-Label versammelten Tributanten doch erstens als gelehrige Schüler von Pop-Meister und Beach-Boys-Mastermind Brian Wilson und machen sich zudem nicht der musikalischen Abstauberei schuldig, indem sie sich im Licht bekannter Klassiker von "Surfin' USA" bis "Sloop John B." sonnen. Stattdessen wurde sich hier weniger vertrauter, bisweilen gar unveröffentlichter Songs (z.B. das wundervolle "Rainbow Eyes" vom nie erschienenen zweiten Wilson-Soloalbum Sweet Insanity) angenommen.
Höhepunkte inmitten fast durchweg gelungener, zwischen Verspieltheit, Harmonierausch und großem Sentiment changierender Hommagen sind sicher Eric Matthews samtweiche Version des frühen Wilson-Songs "Lonely Sea", Stevie Jackson (von Belle & Sebastian) mit "Good Time" und Saint Etiennes an Air erinnernde Version von "Stevie". Feine Sache.
(Josef Winkler, amazon
Das Marina-Team arbeitete 3 Jahre an der Zusammenstellung dieser 24 Song-Compilation (78 Minuten), die sich vor allem den eher unbekannten Tracks aus Brian Wilsons Schatzkästchen widmet. Alle Songs sind exklusiv eingespielt worden. Mit dabei: Eugene Kelly, Alex Chilton, June & The Exit Wounds, The High Llamas, Camping, The Free Design, Pearlfishers, Saint Etienne, Eric Matthews, Chip Taylor, Norman Blake, Peter Thomas Sound Orchestra, Malcolm Ross, Jad Fair, Aluminium Group, Secret Goldfish, Stevie Jackson (Belle & Sebastian), Kim Fowley und andere.
Das ganze kommt mit einem prachtvollen, 28-seitigen Booklet und ausführlichen Linernotes, einem exklusiven Interview mit Brian Wilson, vielen raren Fotos und historischen Hintergründen zu den einzelnen Beiträgen.
(Glitterhouse)
Coverversionen scheitern regelmaessig daran, dass altbekannte Lieder mit zu viel Ehrfurcht und zu wenig Ideen nachgeleiert werden. Das Beach Boys-Tribut-Album 'Caroline Now!' ist eine Ausnahme. Da werden exzellente Stuecke von Brian Wilson und Anhang so phantasievoll und versponnen vorgetragen, wie es den Autoren gebührt. Das besorgen Pop-Legenden wie Kim Fowley oder Alex Chilton und Fast-Pop-Stars wie Saint Etienne und The High Llamas. Und im Booklet beschwört Obersurfer Wilson die heilende Kraft der Musik. Wie wahr!
(Kultur Spiegel)
The selection both of the 24 songs and the artists can only be called 'exquisite'.
(Rolling Stone)
Tracklisting:
Eugene Kelly: Lady
Alex Chilton: I Wanna Pick You Up
June & The Exit Wounds: All I Wanna Do
Katrina Mitchell & Bill Wells: Wind Chimes
The High Llamas: Anna Lee, The Healer
Souvenir: Ne Dis Pas (Girl Don't Tell Me - French version)
Duglas T. Stewart: Lines
Camping: Busy Doin' Nothin'
Stevie Jackson: Good Time
The Free Design: Endless Harmony
The Pearlfishers: Go Away Boy
Saint Etienne: Stevie
The Radio Sweethearts: Honkin' Down The Highway
Eric Matthews: Lonely Sea
Kle: Rainbow Eyes
Chip Taylor & Evie Sands: Let's Put Our Hearts Together
Peter Thomas Sound Orchestra: Pet Sounds
Malcolm Ross: Heroes & Villains
Norman Blake: Only With You
The Aluminum Group: Caroline, No
Jad Fair: Do Ya
The Secret Goldfish: Big Sur
David Ritchie Coalition: Good Timin'
Kim Fowley: Almost Summer